Studien zur Freizeit und Tourismusforschung (SFT)

Herausgeberschaft

Die Studien zur Freizeit- und Tourismusforschung (SFT) werden im Namen des Arbeitskreises Tourismusforschung in der Deutschen Gesellschaft für Geographie herausgegeben von

Prof. Dr. Werner Gronau, Fachhochschule Stralsund
Prof. Dr. Hans Hopfinger, Katholische Universität Eichstätt
Prof. Dr. Andreas Kagermeier, Universität Trier

Zielsetzungen der Reihe

Tourismus hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer der global wichtigsten Wirtschaftszweige entwickelt und wird teilweise auch eine der Leitökonomien des 21. Jahrhunderts angesehen. Dabei stellen Freizeit und Tourismus ein überaus facettenreiches Themenfeld dar, das vor allem in jüngerer Zeit in mehrfacher Hinsicht tiefgreifende Veränderungsprozesse durchläuft.

Zum einen ist auf der Ebene der Phänomene und Akteure zu konstatieren, dass sowohl die Erscheinungsformen von Freizeit und Tourismus als auch die Handlungsfelder der Akteure dem Einfluss vielfältiger raum-zeitlicher Ausdifferenzierungsprozesse unterliegen, die ihrerseits im Kontext übergreifender sozio- kultureller, ökonomisch-technologischer, aber auch politischer und umweltbezogener Veränderungen zu sehen sind. Zum anderen ist auf der Ebene der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Freizeit und Tourismus zu konstatieren, dass sich – parallel zur Ausdifferenzierung der Erscheinungsformen und zum veränderten Akteurshandeln in der konkreten Freizeit- und Tourismuspraxis – auch eine Neuorientierung und Intensivierung der Auseinandersetzung mit dem Themenfeld abzeichnet. Folgte die wissenschaftliche Beschäftigung mit Freizeit und Tourismus lange Zeit eher schmalen, tradierten Wegen theoretisch-konzeptioneller und methodologischer Auseinandersetzung, zeichnet sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts ab, dass sich sukzessive nicht nur ein breiteres, sondern auch ein verändertes theoretisch-konzeptionelles Verständnis von Freizeit- und Tourismusforschung entwickelt und die methodische Beschäftigung und Herangehensweise vielfältiger wird.

Die vergleichsweise kurze, wenn auch in jüngerer Zeit intensivierte Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Freizeit und Tourismus ist eine der Ursachen dafür, dass sich – anders als bei eingeführten, bereits vor längerer Zeit entstandenen Disziplinen – bislang keine eigenständige reine Tourismuswissenschaft herausgebildet hat. Ähnlich der Situation bei anderen relativ jungen wissenschaftlichen Betätigungsfeldern, wie z. B. der Migrations-, der Einzelhandels-, der Gender- oder der Verkehrsforschung werden Freizeit und Tourismus aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Teildisziplinen betrachtet und analysiert. Damit hat sich in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ein transdisziplinäres Forschungsfeld im Überlappungsbereich von tradierten Disziplinen wie der Ökonomie, der Soziologie, der Psychologie oder der Geographie herausgebildet. Diesem inter- und transdisziplinären angewandten Wissenschaftsverständnis fühlt sich seit vielen Jahren auch der Arbeitskreis Tourismusforschung der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) (bis 6/2013 AK Freizeit und Tourismus) verpflichtet.

Geographie und Tourismus(-forschung)

Innerhalb der Geographie hat die Auseinandersetzung mit Fragen der Freizeitund Tourismusgeographie nicht nur bereits eine lange Tradition, sondern auch in den letzten Jahren einen spürbaren Aufschwung erfahren, wie z. B. die kontinuierliche Verjüngung der Mitglieder des Arbeitskreises belegt. Allerdings galt für die geographische Freizeit- und Tourismusforschung, dass viele Ergebnisse disloziert in unterschiedlichsten allgemeingeographischen Reihen veröffentlicht worden sind. Oftmals handelt es sich um klassische Institutsreihen, die lokal an den jeweiligen Standorten zu unterschiedlichen Themenfeldern der Geographie entstandene Arbeiten der Fachöffentlichkeit zugänglich machen. Nun werden solche Institutsreihen im Wesentlichen innerhalb der gleichen Disziplin wahrgenommen. Jedoch handelt es sich bei der Freizeit- und Tourismusforschung um ein von vielen Disziplinen geprägtes Forschungsfeld, deren Integration in inter- oder transdisziplinären Kontexten auch nach entsprechenden Publikationsreihen verlangt. Vor diesem Hintergrund haben sich die Sprecher des Arbeitskreises Tourismusforschung der DGfG entschlossen, den Versuch zu unternehmen, die Reihe „Studien zur Freizeit- und Tourismusforschung“ mit den folgenden Zielen ins Leben zu rufen

  • Für deutschsprachige Arbeiten zur Freizeit- und Tourismusforschung soll eine gemeinsame Publikationsmöglichkeit geschaffen werden.
  • Diese Bündelung von Publikationen zur Freizeit- und Tourismusforschung zielt dabei einerseits auf geographische Arbeiten, um diese sowohl disziplinintern als auch nach außen besser sichtbar zu machen.
  • Zugleich ist mit der neuen Reihe auch die Intention und Hoffnung verbunden, dass es gelingt, disziplinübergreifend eine Plattform für humanwissenschaftlich orientierte Arbeiten aus dem Bereich der Freizeit- und Tourismusforschung zu etablieren.

Inter- bzw. Transdisziplinarität und Beispiele aus der Praxis

Auch wenn die Reihe vom Arbeitskreis Tourismusforschung der DGfG getragen wird, soll sie von Anfang an disziplinübergreifend AutorInnen und LeserInnen ansprechen, um dem Charakter einer inter- oder transdisziplinär verstandenen Freizeit- und Tourismusforschung zu entsprechen. Das beabsichtigte Spektrum der Publikationen reicht dabei von stärker theoriegeleiteten Arbeiten bis hin zur Sammlung und Evaluation von Praxisbeispielen. Gleichzeitig sollen Ergebnisse wissenschaftlicher Tagungen in die Reihe ebenso Eingang finden wie Berichte aus Verbundforschungsprojekten oder Einzelstudien.

Bisher erschienene Bände